
Kredit und Leasing
Fremdfinanzierung mit Kredit und Leasing: Entscheidungsgrundlagen für KMU
Bei der Fremdfinanzierung nimmt ein Unternehmen Kapital von externen Gläubigern auf, etwa über Kredite oder die Ausgabe von Anleihen. Das Kapital stammt nicht aus eigenen Mitteln, sondern von Dritten.
Fremdfinanzierung für KMU: Kredit und Leasing als Optionen
Bei der Fremdfinanzierung nimmt ein Unternehmen Kapital von externen Gläubigern auf, etwa über Kredite oder die Ausgabe von Anleihen. Das Kapital stammt nicht aus eigenen Mitteln, sondern von Dritten.
Die Studie zur Finanzierung der KMU in der Schweiz 2021 hält fest, dass 32 Prozent der KMU einen Bankkredit haben. Gegenüber der Umfrage von 2016 blieb dieser Anteil unverändert.
Gemäss der Plattform Swisspeers stützt sich rund ein Drittel der Schweizer KMU auf Fremdfinanzierung durch Banken. Innerhalb dieser Gruppe nutzen 75 Prozent nur diese eine Finanzierungsquelle.
Für viele KMU stehen damit zwei Instrumente im Zentrum: der Bankkredit und das Leasing. Sie unterscheiden sich bei Eigentum, Kostenverlauf und steuerlicher Behandlung.
Basisdaten zur Fremdfinanzierung in der Schweiz
- Anteil KMU mit Bankkredit32 %
- Anteil KMU mit Fremdfinanzierung durch Bankenca. 1/3
- Anteil der KMU, die nur Fremdfinanzierung nutzen75 % dieser Gruppe
- Typische Leasinglaufzeiten12 bis 60 Monate
Kredit und Leasing: Zwei Finanzierungslogiken im Vergleich
Beim Kreditkauf schuldet der Käufer der Bank Geld, das er innerhalb der vertraglich vereinbarten Laufzeit samt Zins zurückzahlt. Mit der Übergabe des Fahrzeugs oder der Sache wird er Eigentümer.
Beim Leasing bezahlt der Nutzer für eine definierte Laufzeit und Kilometerleistung eine Anzahlung sowie monatliche Leasingraten. Die Bedingungen regelt ein Leasingvertrag zwischen Nutzer, Garage und Leasinggesellschaft. Eigentümerin bleibt die Leasinggesellschaft, der Nutzer ist bloss Besitzer und bezahlt für den Gebrauch.
Leasing ist damit eine Mischung aus Kauf- und Mietvertrag: Das Nutzungsrecht liegt beim Leasingnehmer, das Eigentum bei der Leasinggeberin. Das gilt auch nach Ablauf der Vertragslaufzeit.
Üblich sind Laufzeiten von 12, 24, 36, 48 oder 60 Monaten; Leasingverträge laufen in der Regel zwei bis vier Jahre.
Am Vertragsende hat der Nutzer drei Optionen: Rückgabe, Übernahme des Fahrzeugs gegen Bezahlung des Restwerts, sofern der Vertrag das zulässt, oder Verlängerung zu neuen Bedingungen.
Die Rückgabe ist der Regelfall. Wird das Fahrzeug nach Vertragsende gekauft, geschieht das häufig zu aktuellen Marktkonditionen und nicht zum ursprünglich kalkulierten Restwert.
Verfahrensablauf bei Kredit- und Leasingfinanzierung
- Finanzierungsart wählenKredit oder Leasing entscheiden
- Angebot einholenbei Bank oder Leasinggesellschaft
- Vertragsbedingungen prüfenLaufzeit, Anzahlung, Kilometerlimit, Rückgabekriterien
- Bewilligung durch FINMA prüfenFinanzmarktunternehmen müssen bewilligt sein
- Vertrag abschliessenRatenzahlung beginnen
- Am Ende: Optionen auswählenRückgabe, Kauf des Fahrzeugs, Verlängerung
Kosten und Konditionen: Zinsen, Raten, Anzahlung und Zusatzkosten
Die effektiven Kreditzinsen liegen aktuell zwischen 3,5 und 9,95 Prozent. Wie hoch der Satz ausfällt, hängt von der Kreditfähigkeit, also der Bonität, des Schuldners ab.
Die Leasingraten liegen je nach Angebot bei 3,9 bis 5,9 Prozent, teilweise ohne Aktionen der Hersteller auch tiefer. In der Rate steckt die Rückzahlung eines Teils des nach der Anzahlung offenen Betrags plus ein Zins.
Die Höhe der Rate bestimmen mehrere Faktoren: Fahrzeugwert, Laufzeit, jährliche Fahrleistung und die gewählte Anzahlung. Wer die Laufzeit verlängert oder die Kilometerleistung senkt, verändert damit auch die monatliche Belastung.
Beim Leasing fällt eine Anzahlung an, sie ist aber tiefer als der Kaufpreis; eine hohe Anzahlung ist nicht nötig. Die monatlichen Raten sind in der Regel über die ganze Vertragslaufzeit fix, was die Budgetplanung erleichtert.
Leasingfahrzeuge benötigen in der Regel eine Vollkaskoversicherung. Dieser Posten kommt zu den Raten hinzu und ist bei der Kostenrechnung einzubeziehen.
Steuerliche Behandlung und Versicherungspflichten für Unternehmen
Leasingraten sind für Unternehmen steuerlich abzugsfähig, wenn das Fahrzeug geschäftlich genutzt wird. Bei privater Nutzung entfällt dieser Abzug.
Beim Kreditkauf sind die Schulden und die Schuldzinsen in der Regel steuerlich abzugsfähig.
Bei geleasten Fahrzeugen verlangt die Leasinggesellschaft üblicherweise eine Vollkaskoversicherung. Beim Kreditkauf entscheidet der Eigentümer selbst, ob er eine Vollkaskoversicherung abschliesst.
Die Anforderungen an die Versicherung hängen also von der Finanzierungsform ab. Wo ein Kredit Spielraum lässt, setzt der Leasingvertrag häufig Mindestvorgaben.
Leasing oder Kredit: Vorteile, Nachteile und Risiken
Für das Leasing sprechen tiefere Anschaffungskosten, planbare fixe Raten, der Wechsel auf ein aktuelles Modell nach Vertragsende und ein geringeres Restwertrisiko.
Gegen das Leasing sprechen das fehlende Eigentum, die Bindung an die Vertragslaufzeit, eine maximale Kilometerleistung pro Jahr sowie die Rückgabebedingungen. Ein vorzeitiger Ausstieg ist meist nur gegen hohe Kosten möglich; überschrittene Kilometer verursachen zum Teil erhebliche Mehrkosten.
Der Kredit verschafft Eigentum und freie Wahl bei der Versicherung. Ihm stehen die Schuldenlast und die Abhängigkeit von der eigenen Bonität gegenüber, die den Zinssatz bestimmt.
Vor Vertragsabschluss sind deshalb zwei Punkte zu prüfen: die Regelung zur Kilometerüberschreitung und die Kosten eines vorzeitigen Ausstiegs. Beide können die Gesamtkosten stärker beeinflussen als die monatliche Rate.
Kredit vs. Leasing: Entscheidungsgrundlagen für KMU
- Eigentum am Fahrzeug
- Beim Kredit: Ja, beim Leasing: Nein
- Monatliche Raten
- Kredit: variabel nach Zinssatz, Leasing: meist fix
- Anzahlung
- Kredit: höher, Leasing: tiefer
- Restwertrisiko
- Kredit: hoher Risikobereich, Leasing: geringer
- Flexibilität bei vorzeitiger Auflösung
- Kredit: höher, Leasing: oft mit hohen Kosten
- Versicherungspflicht
- Leasing: Vollkaskoversicherung obligatorisch, Kredit: frei wählbar
Vorteile und Nachteile von Leasing und Kredit
- Leasing – Vorteile
- tiefere Anschaffungskosten, planbare Fixraten, Wechsel auf aktuelles Modell, geringeres Restwertrisiko
- Leasing – Nachteile
- kein Eigentum, Bindung an Laufzeit, Kilometerlimit, hohe Kosten bei vorzeitigem Ausstieg
- Kredit – Vorteile
- Eigentum, freie Versicherungswahl, flexibler Umgang mit Vertrag
- Kredit – Nachteile
- Schuldenlast, Zinsabhängigkeit von Bonität, höheres Restwertrisiko
Entscheidungsgrundlagen für KMU: Kriterien und Abwägung
Zu prüfen sind: die Art der Nutzung, die gewünschten Eigentumsverhältnisse, die verfügbare Liquidität für eine Anzahlung, der Planungshorizont, die jährliche Kilometerleistung, das Restwertrisiko und die Bonität.
Dazu kommen die steuerliche Behandlung und die Frage, wie flexibel das Unternehmen bei einem vorzeitigen Ausstieg bleiben muss. Wer Versicherung und Fahrzeugwahl frei gestalten will, fährt mit einem Kredit anders als mit einem Leasingvertrag.
Ebenso wichtig sind die konkreten Vertragsbedingungen: Höhe der Anzahlung, Laufzeit, Kilometerlimit, Rückgabekriterien und Kosten bei vorzeitiger Auflösung. Welche Variante günstiger ausfällt, hängt von der konkreten Nutzung und vom einzelnen Angebot ab.
Bei der Wahl des Finanzierungspartners lohnt sich ein Blick auf die Bewilligungslage: Tätigkeiten auf dem Finanzmarkt sind bewilligungspflichtig, und die FINMA erteilt die Bewilligung nur, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.
Wichtige Kriterien bei der Auswahl zwischen Kredit und Leasing
- Art der Nutzung (geschäftlich / privat)steuerliche Abzugsfähigkeit der Raten
- Gewünschtes EigentumEigentum beim Kredit, Nutzungsrecht beim Leasing
- Verfügbare Liquidität für AnzahlungLeasing erfordert weniger Anfangsausgabe
- PlanungshorizontLangfristig: Kredit, kurzfristig: Leasing oft vorteilhafter
- Jährliche KilometerleistungÜberschreitung führt zu Mehrkosten beim Leasing
- Bonität des Unternehmensbeeinflusst Zinssatz beim Kredit

